Marketmaker versus ECN
Zumeist handelt sich bei den Forex Brokern um sogenannte Marketmaker, d.h. Börsenteilnehmer welche dafür Sorge tragen, dass im Markt genügend Liquidität vorhanden ist und dabei die Order der Kunden direkt abwickeln.
Zum besseren Verständnis:
Kunde A will 1 Lot Eur/Usd verkaufen zum Marktpreis 1.4300
Kunde B, welcher sein Konto bei selbigem Broker hat, will 1 Lot EurUsd kaufen zum Marktpreis 1.4300.
Diese beiden Orders werden in der Regel gar nicht erst vom Marketmaker an den Spotmarkt geleitet, sondern sobald der Markt genau an dieser Stelle notiert gegeneinander ausgeführt. Das heisst, diese Orders haben niemals das System des Brokers verlassen, sondern wurden Systemintern ausgeführt.
Das ist nichts schlechtes, im Gegenteil, gerade hierdurch wird die Handelbarkeit der einzelnen Währungen gewährleistet und die Broker können ohne Kommissionen zu verlangen existieren, da sie ausschließlich vom Spread (dem Unterschied zwischen An- und Verkaufskurs) leben.
Solange der Broker hierbei fair handelt, d.h. nur dann ausführt wenn der Markt auch wirklich zum vom Kunden aufgerufenen Preis notiert funktioniert dieses System.
Hierbei versuchen jedoch manche auch gegen den eigenen Kunden zu handeln und machen statt die Kundenorder miteinander zu verbinden Gegenpositionen zum Kunden auf, was in letzter Konsequenz bedeutet, dass des Kunden Gewinn des Brokers Verlust und umgekehrt ist.
Dies ist jedoch nicht im Sinne des eigentlichen Selbstverständnisses eines Marketmakers und birgt immense Interessenkonflikte.
Demgegenüber stehen sogenannte ECN’s (Electronic Communication Network),wobei diese Broker die Kundenorder direkt am Intermarket Handelsplatz, dem sog. Spotmarket, platziert. Ein solcher ECN fungiert ausschließlich als Provider, der die Kundenorders „durchleitet“ und hat somit ein anderes Konzept als ein MarketMaker.
Anders als die MarketMaker „Broker“ kassieren manche ECN’s jedoch Gebühren pro Order, da sie weder vom Spread leben noch gegen den Kunden handeln.
